Bericht vom Lausitzer Grenzwall

Bericht vom Lausitzer Grenzwall

Jürgen Rosemund ¦ Am Samstag, den 17.08.2013 trafen sich ca. 30 ANW–Mitglieder im südbrandenburgischen Dörfchen Buchwäldchen zur Exkursion in das Revier der Brüder Gunther und Wolf-Dieter Emmrich. Zu Beginn führten uns die Brüder Emmrich in die Reviersituation ein. Das Revier ist 170 ha groß und liegt im Lausitzer Grenzwall, am Rande der Braunkohletagebaue um Altdöbern. Durch das Senken des Grundwasserspiegels durch den Braunkohletagebau wurde die Wasserverfügbarkeit im Revier negativ beeinflusst. Seit der Aufgabe der Tagebaue steigt der Grundwasserspiegel wieder langsam an und die Situation verbessert sich. Der Boden besteht aus eiszeitlichen Sanden mit einer Kiesunterschicht, was die Wasserversorgung für den Wald ebenfalls verbesert.

Die Brüder Emmrich, beide Forstleute, haben das Revier vor 10 Jahren erworben und bewirtschaften es seither konsequent naturgemäß. Das 170-ha-Revier hat eine etwas ungünstige, länglich, elliptische Form mit langen Reviergrenzen, was insbesondere die jagdliche Situation erschwert.

Nach der Einführung ging es dann in zwei Gruppen in den Wald und was wir da sahen, kann man mit einem Wort beschreiben: Phantastisch!

Kein Zaun im ganzen Revier. Naturverjüngung allerorten, auch unter der Kiefer, was angeblich ohne Zaun gar nicht geht. Eiche, Hainbuche, Rotbuche, Birke alles wächst. Auch die Kiefer verjüngt sich ohne Bodenbearbeitung. Ebenso die in Sturmflächen eingebrachten Lärchen und Douglasien. Selbst auf den wenigen und nicht sehr großen Landreitgras – Kalamagrostis – Flächen wachsen die gepflanzten Lärchen, hier gab es Jahrestriebe von einem Meter und das bei den doch relativ armen Sandböden.

Bei diesen Bildern wird vermutlich jeder fragen, gibt es hier kein Wild? Doch: Rehwild, Schwarzwild und Rotwild als Wechselwild. Es werden seit 6 Jahren jährlich ca. 16–18 Stück Rehwild erlegt, etliche Stück Schwarzwild und ab und zu ein Stück Rotwild. Die langen Reviergrenzen, ein großer Teil davon Wald-Feld-Grenze, machen eine gute Absprache mit den Jagdnachbarn notwendig. Die Brüder Emmrich bemühen sich sehr um gute Zusammenarbeit. So wurde z.B. an den Wald-Feld-Grenzen vereinbart, dass das Rehwild mehr im Revierinneren geschossen wird und nicht an der Feldgrenze, damit Rehwild auch zum Nachbarn austritt, während Schwarzwild eher an der Waldgrenze bejagt wird, damit es nicht auf den Feldern zu Schaden geht. Solche Absprachen helfen dann bei einer intensiven Jagd.

Die Jagd wird von der Familie Emmrich und Freunden auf dem Einzelansitz und auf gelegentlichen Drückjagden ausgeübt. Dabei werden verbissgefährdete Flächen intensiver und konsequenter bejagt als andere.

Wir konnten im Wald besichtigen, dass dieses Konzept funktioniert.

Zu sehen, wie die Brüder Emmrich mit ihren Frauen und Kindern ihren Wald mit viel Begeisterung und Liebe zum Detail hegen und pflegen, war ein ganz besonderes Erlebnis. Ich kann nur Wünschen, dass sich dieser Geist im ganzen Land verbreitet und unsere Wälder aussehen, wie bei der Familie Emmrich im Lausitzer Grenzwall.

One thought on “Bericht vom Lausitzer Grenzwall

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