Ökonomische Grundsätze

Wirtschaftliches Ziel der naturgemäßen Waldwirtschaft ist der für den jeweiligen Standort optimale Ertrag. Dabei ist zu beachten, dass die biotischen und abiotischen Risiken steigen, je weiter sich die Waldform von den natürlichen Gegebenheiten entfernt, und dass wesentliche Standortfaktoren wie Klimawandel oder Stoffeinträge nicht konstant sind.

Ökonomische Grundsätze der naturgemäßen Waldwirtschaft:

  • Entwicklung maximaler Ökosystemstabilität durch Aufbau standorttypischer, strukturreicher Mischbestände
  • Verzicht auf Kahlschlag und Räumung
  • Es gilt der Grundsatz „Wald vor Wild“; die natürliche Vegetation muss sich ohne weitere Schutzmaßnahmen entwickeln können
  • Vorratspflege als dauerhafter Prozess zur Optimierung von Qualität, Zuwachs und Vitalität wertvoller Einzelbäume
  • Einzelbaumorientierte Pflege und Ernte
  • Stetigkeit in Pflege und Ernte; mehrere Eingriffe im Jahrzehnt mit mäßiger Eingriffsstärke
  • bestandsweise nur geringe Schwankungen von Optimalvorrat, Zuwachs und Nutzung
  • Förderung standortgerechter Baumarten
  • Berücksichtigung kleinstandörtlicher Unterschiede
  • Walderneuerung wo möglich und sinnvoll durch Naturverjüngung
  • Unterstützung der natürlichen Selbstdifferenzierung und Qualifizierung des Nachwuchses; Schutz vor Witterungsextremen durch langfristige Überschirmung
  • Schutz und gegebenenfalls Verbesserrung der Ertragskraft des Bodens durch standortgerechte Baumartenmischung, ständige Überschirmung und durch Befahren nur auf dauerhaft angelegten und gekennzeichneten Rückegassen
  • Keine Verwendung gentechnisch veränderten Pflanzenmaterials